Donnerstag, 19. November 2009

Eine Uhr mit zwei Beinen.

Ich reiße die Tür auf, bei voller Fahrt.
Hatte mich schon vorher abgeschnallt und die Einkäufe nach hinten auf die Rückbank geschleudert.
Sie konnte nicht schnell genug gucken.
Sie musste bremsen, wegen ihrem Vordermann.
Also riss ich die Tür auf und knallte sie zu, während ihre lauten Worte versuchten nach außen zu mir zu dringen.
Doch ich sperrte sie mit ihr einfach ein.
Sah mich nichtmehr um und lief los.
Rannte einfach weg.
Mal wieder bin ich einfach davon gelaufen.
Meine Wangen glühten heiß in der vertrauten, kalten Luft, die mich willkommen hieß.
Ich wollte in die Nacht hinaus schreien, aber ich blieb stumm und rannte einfach drauf los.
Der kalte Wind tat gut.
Peitschte mir ins Gesicht und der Schmerz kühlte meinen Kopf ab.
Ich wurde langsamer, blieb an dem see stehen, an dem ich schon so vieles verarbeitet habe.
Ich denke an meinen Sommer, an Shannon, an meinen Bruder an jeden, der bereits mit mir hier war.
An meinen Sommernachtstraum und an meine Hassliebe.
Bleibe stehen, atme ein und gehe weiter.
Gehe doch wieder dorthin zurück, wo ich herkam.
Wohin ich immer wieder ging, nachdem ich floh.
Ich befinde mich in einer Zeitschleife.
Und ich warte auf die Stimme, die mir sagt, dass ich gleich weiterverbunden werde.

Und du bist ja doch nie da für mich.

In meinen Gedanken füge ich ihr die übelsten Dinge zu.
Ich bin so unglaublich wütend.
Meine Gedanken spritzen wie das Blut, dass ich aus ihren Adern quillen sehen will.
"Das sind genau die scheiß Menschen, die einen Fick darauf geben, wenn es dich nichtmehr gibt."
Denke ich mir.
Ich bin traurig und böse und wütend und alles auf einmal.
Mein Blick ist so benebelt von Hass, dass ich kurze Zeit stehen bleiben muss.
Wut in meinem Kopf, wie ein kleiner Schneeball, der den Berg hinunterrollt und immer größer wird.
Unten angekommen.
Riesig groß, tobend.
"Geh mir doch einfach aus dem Weg."
Da steht sie vor mir.
Guckt mich blöd an.
"Ich verstehe es nicht."
Ich höre ihr nicht zu, schaue demonstrativ weg. Bleibe so sachlich, wie ich es jetzt noch kann.
Würde am liebsten das große Fenster aufreißen und hinausstürzen.
Mir doch absolut egal.
Ich sehe sie an. Meine Wut funkelt.
Keine Sterne- Meteoriten, die auf sie niederprasseln, wie Säure.
"Ich auch nicht." Keife ich zurück.
Sehe wieder weg.
Sehe in die Augen meines Feindes.
Will weg.
Nimm mich doch einfach mit!

Dienstag, 17. November 2009

Last Caress

Macht euch keine Sorgen, ihr könnt nichts dafür.
Ihr hattet ja garkeine Chance.
Die Maske hat perfekt gesessen.
Es tut mir Leid.
Die Tränen sind weggewischt und ihr sollt jetzt fortan lachen.
Ich werde immer auf euch aufpassen.

Sold to the man I lost.

Es klopft der Regen an die Scheib',
im vergang'nen Jahr, ohne sein Weib.
So sitzt er da, und ist leicht pikiert,
und ohne Hund und ohne Weib, er friert.

Morgens sieben Uhr, fertig mit der Welt.
Keine Ahnung von nichts, zu viel Ahnung von allem.
Gedanken im Kopf.
Ist ja alles falsch.
Ich teile eure Ansichten nicht, tut mir Leid.
Sie geben mir Schuld, für das, was ich bin.
Es tut mir Leid.
Ohne mich.

Montag, 16. November 2009

Ich habe vergessen, wie sich fliegen anfühlt.

Es ist 23 Uhr und schon lange dunkel.
Es ist kalt. Der Wind beißt mir ins Gesicht.
Ich ziehe den Schal über den Mund und den Kragen des Mantels hoch.
Ohne Ziel stapfe ich durch die Straßen.
Höre die eigenen Schritte widerhallen, von den hohen, steinernen Wänden.
Ich hatte ganz vergessen, wie sich das anfühlt.
Ohne Ziel umher zu irren.
Es gefällt mir nichtmehr.
Ich weiß nicht, wohin ich fliehen soll.
Es ist immernoch kalt. Keine warmen Gedanken, die ablenken könnten.
Die Gefühle in mir kämpfen miteinander, doch ich weiß, dass ich stark sein muss.
Die zeit vergeht wie im Flug. Kehrt nie wieder.
Vergangenes wird nie mehr so sein.
Für immer alles verändert. Schon wieder.
Ich bin es so satt, vor meinem eigenen Schatten wegrennen zu müssen.
Bin es so satt so unausgeglichen zu sein.
Bin es Leid, kein Ziel mehr zu haben.
Niemand der mich auffängt.
Ich stehe schon wieder alleine da.
Finde mich wieder auf dem großen Platz.
Umgeben von Steinwänden. Kalt, abweisend.
So wie du auch bist.
Ich habe keine Lust mehr tun zu müssen. Nicht jetzt.
Nicht jetzt, wo ich genauso viel Kraft habe, wie Zucker im Wasser.
Ich kann nicht. Und du kapierst nicht.
Vielleicht soll es so sein.
Falsch, es soll so sein.
Vielleicht ist mein Kopf noch im gestern.
Es tut weh und mir Leid und schmerzen.
Habe die Schnauze voll.
Es ist immernoch kalt.
Mittlerweile viel zu spät.
Ich stehe vor deiner Tür, weiß garnicht was ich hier mache.
Habe es vergessen und weiß es doch ganz genau.
Ich hasse dich und den Rest der Welt.
Hass es, dass es nicht so ist, wie ich es haben will.
Habe aber viel zu viel Angst nocheinmal auf jemanden zu zugehen.
Ich drehe mich um, laufe wieder weg.
Schenke dir auch keinen Blick mehr.
Ich bleibe ja doch allein.
Und diesmal ist es ungewollt.

Literarische Naschkatze

*Jeder von uns ist mehrere, ist viele, ist ein Übermaß an Selbsten. Deshalb ist, wer die Umgebung verachtet, nicht derselbe, der sich an ihr erfreut oder unter ihr leidet.
In der weitläufigen Kolonie unseres Seins gibt es Leute von mancherlei Art, die auf unterschiedliche Weise denken und fühlen.

Fernando Pessoa, LIVRO DO DESASSOSSEGO, Aufzeichnung vom 30.12.1932.

Ich bin auf der Reise.

Sonntag, 15. November 2009

without the intention of ruining.

No strength.
No strength to walk the road any further.
Ì want to see the Boulevard.
But there's no one taking me by the hand.
No one fixing me.
No one feeling me.
Feeling my thoughts and thinking about my pain.
Alone, but without wanting it.
Desire.
Desire without death.
I want to swap.